Zurück in den Sattel: Reiten auf Amrum
Als Kind habe ich geritten. Nach vielen Jahren Pause bin ich auf Amrum wieder aufgestiegen – und habe dabei erlebt, was ich als Fitnesstrainerin immer wieder beobachte: Der sportliche Körper vergisst nicht. Die Angst vor dem Wiedereinstieg sitzt meist nur im Kopf.
Beim ersten Ritt waren die Bewegungsmuster wieder da: die Handhaltung, die Beinposition, die Beckenbeweglichkeit im Rhythmus des Pferdes. Man knüpft altersgemäß an und entwickelt sich von dort weiter.
Was Reiten emotional wertvoll macht: Das Pferd spürt meinen inneren Zustand. Bin ich zerstreut oder angespannt, reagiert es darauf. Um mit dem Pferd gut zusammenzuarbeiten, muss ich sortiert und in meiner Mitte sein. Alltagsgedanken müssen zurücktreten. Das wirkt befreiend – unangenehme Themen relativieren sich, weil ich gezwungen bin, im Hier und Jetzt zu sein.
Körperlich trainiert Reiten Rumpfstabilität, Gleichgewicht und Koordination. Die Bewegung des Pferderückens mobilisiert die Wirbelsäule gelenkschonend. Mental wirkt die Konzentration wie eine aktive Meditation. Reiten stärkt Körperbewusstsein und innere Klarheit.



Arlena Bargel